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Geschrieben
 am Dienstag, 04.12.2012

Leistung soll belohnt werden!

Matt Wiman erhielt nach seinem Sieg bei UFC on Fuel TV 5 den Bonus für die Submission des Abends - zu Recht? (Foto: Dorian Szücs/GroundandPound)

Habt ihr euch schon des Öfteren gefragt, weshalb dieser oder jener Kampf mit der Auszeichnung „Fight of the Night“, „Submission of the Night“ oder auch „K.o. of the Night“ ausgezeichnet wurde, obwohl ihr euch sicher seid, dass ein Kampf im Vorprgramm eine technisch viel anspruchsvollere Submission, einen heftigeren K.o. oder auch einen um Längen spannenderen Kampf beinhaltete? Das ist zwar oft ärgerlich, lässt sich aber ganz einfach erklären.

Ein Kampf aus dem Vorprogramm beinhaltet zumeist zwei Kämpfer, die in den Rankings eher weiter unten gereiht sind. Man nimmt also an, dass das Fähigkeiten-Niveau dieser beiden Kämpfer noch recht mager ist, und dadurch ist es um einiges einfacher, solche Kämpfer mit einer Submission oder einem Knock-out zu finishen. Die Kämpfe auf der Maincard, d.h. die Hauptkämpfe, sind in der Regel mit den Kämpfern von der Tabellenspitze gepaart, oder einfach nur Kämpfern mit einem sehr hohem Potenzial. Das bedeutet, man muss einen viel höheren Level erreichen, um einen Kämpfer mit solch starken Attributen zur Aufgabe zu zwingen oder ihn sogar bewusstlos zu schlagen. Was die „Fight of the Night“-Auszeichnung betrifft, da sind die Promoter doch eher zarter besaitet, da man vor allem in der UFC beobachten kann, dass mehrere Kämpfe an einem Abend mit dieser Auszeichnung, und in zweiter Linie mit dem Bonusgeld, belohnt werden.

Man kann natürlich darüber diskutieren, ob diese Verteilung der Boni überhaupt fair ist, denn nicht selten kommt es vor, dass die Reichen dadurch reicher werden, und diejenigen, die es verdienen würden, gehen leider leer aus. Zudem kann man auch sagen, dass es oft zu Kampfpaarungen im Hauptprogramm kommt, wo ein Stand-Up-Kämpfer gegen einen BJJ-Submission-Künstler antritt, und sobald es auf den Boden geht, wird der Stand-Up-Kämpfer nach ein paar Handgriffen submittet. Auf der anderen Seite haben wir im Vorprogramm zwei rundum großartige MMA-Kämpfer, die im Stand und auf dem Boden ausgezeichnet sind, und wenn es bei so einer Kampfpaarung zu einer Submission oder einem Knock-out kommt, dann hat das einen viel höheren Stellenwert, als bei der zuvor erwähnten Konstellation. Dennoch klingelt meistens die Kasse bei den Kämpfern aus dem Hauptprogramm.

Ich werde euch nun anhand von einigen Beispielen Bonusverteilungen näher bringen, die meiner Meinung nach auch anderweitig vergeben hätten werden können. Meine Auswahlkriterien haben rein gar nichts mit der Philosophie „Hauptprogramm oder nicht“ zu tun. Ich bewerte immer die technische Ausführung, die Kampfsituation und die Umstände rund um den Kampf.

UFC 154 – St. Piere vs. Condit
Die „Submission of the Night“-Auszeichnung wurde in diesem Fall an Ivan Menjivar vergeben, der einen wunderschönen Armbar gegen der Russen Azamat Gashimov anbringen konnte. Um solch einen Armbar aus der Guard ansetzen zu können, muss man schon ein technisch hochgradiger BJJ-Künstler sein. Ich finde dennoch, dass diese Auszeichnung Cyrille Diabaté viel mehr verdient hätte. Diabaté ist ein ehemaliger Kickboxer, dessen Vorteile eindeutig im Stand-Up liegen. Obwohl er schon fünf Submission-Siege verbuchen konnte, war der Überraschungseffekt dennoch riesengroß, als er den Rear-Naked Choke gegen Chad Griggs auspackte.

UFC 153 – Silva vs. Bonnar
Hier staubte die BJJ-Legende Minotauro Noguiera das Bonusgeld für die beste Submission des Abends ab, der eigentlich im ganzen Kampf sehr langsam und unbeweglich aussah. Meiner Meinung nach hätte er Dave Herman viel früher submitten können, da er sich viele Gelegenheiten entgehen ließ. Vielleicht liegt es daran, dass die Glanzzeit von Minotauro einfach vorbei ist, und sein Körper nicht mehr mitmachen möchte. Sergio Moraes hingegen durfte durch seinen Submission-Sieg gegen Renee Forte ein tolles Comeback feiern. Nach einem großartigen Kampf, der über zwei volle Runden ging, krallte sich Moraes den Rücken von Forte und beendete den Kampf durch einen Rear-Naked Chocke. Eine phänomenale Leistung. Die Auszeichnung und somit das Bonusgeld hätte Moraes eher verdient.

UFC 152 – Jones vs. Belfort
Der Kampf zwischen Jon Jones und Vitor Belfort endete mit einer wunderschönen Americana-Submission in der vierten Runde. Der Aufgabegriff war einfach nur großartig, aber meiner Meinung nach hätte die Auszeichnung „Submission of the Night“ dennoch an einen anderen Kämpfer gehen sollen, genauer gesagt an Vinnie Magalhães. Nach dem Takedown fiel Igor Pokrajac in die Triangle seitens Vinnie Magalhães. Die darauf folgende Transition in den Armbar war technisch perfekt und raubte mir den Atem. Der Kampf endete durch den hervorragend angesetzten Armbar.

UFC 110 – Noguiera vs. Valesquez
Dieser Event brachte den Kampf zwischen Joe Stevenson gegen George Sotiropoulos als „Fight of the Night“ hervor. Es war ein sehr interessanter Kampf, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Sotiropoulos den Heimvorteil hatte. Ich bin der Meinung, dass der Kampf zwischen Wanderlei Silva und Michael Bisping viel mehr diese Auszeichnung verdient hätte. Der Kampf ging über drei volle Runden und letztendlich haben beide Kämpfer eine tolle Leistung gezeigt, und ebenso den Willen zum Sieg.

UFC 95 – Sanchez vs. Stevenson
Paulo Thiago sicherte sich den Knockout des Abends durch einen rechten Uppercut und schaltete somit Josh Koscheck aus. Einer der schönsten Knockouts in der MMA-Geschichte. Ich hätte aber dennoch Junior Dos Santos belohnt. Junior lies eine Serie von Punches auf Stefan Struve regnen und fegte ihn somit von den Beinen. Man wusste nicht so recht, wer dieser JDS ist, und ob dieser Knockout gegen Fabricio Werdum nicht doch nur ein Glückstreffer war. Nach diesem K.o. gegen Struve wurden viele hellhörig und nahmen den Brasilianer etwas näher unter die Lupe.

UFC 83 – Serra vs. St. Pierre II
Ich möchte Jason MacDonald in keiner Weise diskreditieren, denn sein Sieg gegen Joe Doerksen war ein schöner TKO-Sieg. Er beendete den Kampf durch ein paar großartige Ellenbogenschläge und sicherte sich somit den „Knockout of the Night“. Zu diesem Zeitpunkt war MacDonald ein erfahrener MMA-Kämpfer mit über 28 Fights in seiner Bilanz. Ich hätte lieber einen Newcomer, der ebenso im Vorprogramm kämpfte, belohnt. Cain Valesquez gab sein Debut in seinem dritten Kampf in der UFC gegen Brad Morris. Velasquez beherrschte das Kampfgeschehen von Beginn an und beendete den Kampf ohne jegliche Probleme.

Diese Auszeichnungen sind für alle Kämpfer definitiv eine lobenswerte Bereicherung in ihrem Trophäenschrank. In erster Linie wird ihr Ego dadurch gestärkt und zusätzlich werden die Kämpfer angespornt, erneut solche großartigen Leistungen zu erbringen. Auf der anderen Seite ist es ein gut brauchbarerer Zusatzverdienst. Leider können sich solche Bonuszahlungen nicht alle Kampf-Promoter leisten, was für die Kämpfer in der UFC überaus als Schmankerl und Zusatzmotivation gilt. Wie auch bei vielen anderen Dingen, werden sich auch hier niemals alle über die korrekte Verteilung dieser Auszeichnungen einig sein, wo aber ein jeder zustimmen wird, ist, dass Leistung belohnt werden sollte.

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