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Kategorie: Grappling, Interviews, Allgemein, MMA - DE/CH/AT, MMA - Amerika, MMA - Europa, MMA - Asien, Thai/Kickboxen, Boxen, MMA

"Ich wollte eigentlich nur mal die IDM gewinnen."

Von: Mirko Kannenwischer
- Freitag, 10. August 2012
Fotos: Peter Frontera

Am 14. Juli 2012 wurde Peter Frontera vom BJJBD-Präsident, Michael Haselein, im Rahmen des Trainerausbildungsseminars und der anschließenden Jahreshauptversammlung des BJJBD der „Black Belt“ im BJJ verliehen. Der 30-jährige Peter Frontera ist Lehrer des BJJB und Leiter der Academia de Luta in Augsburg. Er begann bereits als Jugendlicher mit unterschiedlichen Kampfkünsten.

Im Jahr 2000 begann Frontera mit Brazilian Jiu Jitsu. In den folgenden Jahren intensivierte er vor allem das Studium dieser Kampfkunst. Parallel dazu begann er eine eigene Gruppe in Augsburg zu unterrichten. Im Jahr 2003 lernte er Michael Haselein, Schwarzgurt und Präsident des BJJB, kennen und nahm an verschiedenen Trainerausbildungen des BJJB teil. Bei mehreren Trainingsaufenthalten in Brasilien und den USA trainierte er unter anderem in Schulen von Carlson Gracie (Ari Gallo), Gracie-Barra (Carlos Gracie Jr.), Nova Uniao (André Pederneiras) und der Jiu Jitsu University unter Saulo und Xandre Ribeiro.

Auch als Wettkämpfer konnte er sich bei nationalen und internationalen Turnieren durchsetzen und erkämpfte etliche Podiumsplätze. Zuletzt 2012 wurde Frontera Europameister in seiner Klasse. Er ist seit vielen Jahren als Trainer und Organisator rund um das BJJ und den BJJBD e.V. aktiv.

Seit 2007 ist Frontera Vorstandsmitglied des BJJB. Heute ist er als Kampfrichterreferent und Sportreferent des BJJB tätig.

Hallo Peter, stelle dich den Lesern bitte erst einmal vor!
Peter Frontera: Ich bin Peter Frontera, ein gebürtiger Augsburger und trainiere dort auch eine Brazilian Jiu Jitsu Gruppe.

Du hast im Rahmen eines Seminars gerade deinen Blackbelt im BJJ von Michael Haselein verliehen bekommen. Wie Stolz macht dich das?
Ich habe viel Arbeit und Energie investiert, und wenn das honoriert wird, freut man sich doch umso mehr.

War dies immer dein Ziel, ein Blackbelt zu sein? Oder verfolgst du andere Ziele?
Ich wollte eigentlich nur mal die IDM gewinnen. Anfangs war die deutlich internationaler und es gab keine Trennung zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen. Dann folgte eins dem anderen. Mal ehrlich, der Schwarzgurt sollte doch wohl der am längst getragenen Gürtel eines jeden BJJlers sein.

Wie viel Platz hat dein BJJ in deinem Leben übernommen?
Hab ja schon immer fast täglich trainiert. Die letzten Jahre halt nur noch BJJ. Urlaub wird wenn möglich mit kombiniert oder zumindest ein bisschen Training muss drin sein. Aber ich bin schon am umorganisieren, da ich letztes Jahr Vater geworden bin, verschieben sich die Prioritäten schon sehr schnell.

Wie kamst du zum BJJ?
Über Umwege! Ich begann als Jugendlicher mit Schnuppern in unterschiedlichen Kampfkünsten. Hängen geblieben bin ich bei den chinesischen Kampfsportarten Wing Chun und Shen Quan Kung Fu, unter meinen damaligen Lehrer und heutigem Freund, Tomy Opacic. War seinerzeit eine gute Mischung zischen technischer Verspieltheit und guter Intensität im Training.

So gegen Ende 1997 hat Sandro „Pacoca“ Santos als Blaugurt bei uns im Gym eine Gruppe gegründet. 1998-1999 hatte ich meine ersten sporadischen Bodenkampfeinheiten beim Ralf Haichele, der die Gruppe von Pacoca übernahm. Ich konnte damals gut mitmischen, da die ja alle Anfänger waren und ich ihnen körperlich überlegen war. Die Grappling-Karriere endete leider schnell, da die Bundeswehr zum Grundwehrdienst einlud. Bei meiner Rückkehr wollte ich meinen Stand Up auf Vordermann bringen, das ging dann so bis August 2002. An diesen für mich denkwürdigen August gab es eine Trainingspause beim Kung Fu und beim Kickboxen.

Was mich veranlasst hat, am Bodenkampf teilzunehmen. Da hat mich mal schnell die komplette Mannschaft ausnahmslos als Punchingball hergenommen, das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und versäumte seitdem kein Training.

Was war dein größter Erfolg?
Als ich als Weißgurt 2005 unten den Blaugurten bei der Europameisterschaft meine Klasse gewonnen habe.

Ist das BJJ für dich mehr als eine Kampfkunst?
Ja. Ist halt mein live style geworden. Nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Trainer ist es mir wichtig, dass ich die Leute anrege und voran bringe.

Du bist beim Deutschen BJJ Bund im Führungsgremium. Was machst du da genau?
Ich hab mich immer über die Kampfrichter beschwert... da haben die mich glatt zum Kampfrichterreferent gemacht. Jetzt soll ich die ausbilden. Leider hat keiner Lust darauf, Kampfrichter zu sein. Von Zeit zur Zeit vertrete ich den BJJB als Unterstützung auf Turnieren oder auf Lehrgängen.

Was machst du, wenn du nicht auf der Matte zu finden bist?
Zurzeit spiele ich dann mit meiner Tochter. Geh aber ab und an ins Kino oder lese ein Comic.

Die Olympischen Spiele sind gerade in London. Denkst du, BJJ sollte auch olympisch werden?
Olympia ist eine große Bühne gerade für Randsportarten. Da aber nur ein nicht-Brasilianer bei den Mundials eine Medaille gewonnen hat, ist die Zeit wohl nicht reif dafür. Aber ich fände es ganz gut, wenn es auch eine olympische Disziplin werden würde.

Du bist jetzt gerade 30 Jahre alt geworden. Was hast du noch alles vor?
Weiter BJJ trainieren und Spaß dabei haben.

Was macht deine MMA-Karriere? Du hattest 2009 zwei Kämpfe gemacht und jeweils durch eine Submission gewonnen, willst du nochmals durchstarten?
Nein. Ich hab keine Zeit, MMA im dem Niveau zu betreiben, wie ich es gern würde. Damals waren auch die Rahmenbedingungen noch nicht geschaffen. Seit eineinhalb Jahren sind wir ja in neuen Räumlichkeiten (www.ultimategym.de), so dass wir jetzt MMA in Augsburg anbieten können. Know-how ist da. Haben wettkampferfahrene Box- und Thai-Boxtrainer, im Grappling haben wir da ein starkes BJJ-Team. Was will man mehr?!

Welche ist deine Lieblingstechnik?
Armbar von der Mount

Vielen Dank für das Interview! Der letzte Satz gehört dir!
Nicht vergessen: “a black belt is a white belt who never quit”.

Tags: Peter Frontera
 


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