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Grappling

Geschrieben
 am Dienstag, 19.01.2010

GnP Awards 2009: Bodenkämpfer des Jahres national

Nicht schön, aber gefährlich: Herbs Guillotine-Würger läßt dem Finnen Grönholm die Luft raus. (© ADCC Sweden/Sebastian Carlsson)

Gymnasiallehrer, Fernsehstar, Cheftrainer, Familienvater, MMA-Monster. Der Freiburger Gregor Herb (31) verkörpert so viele Rollen, daß man darüber leicht sein Hauptgeschäft vergisst: den Bodenkampf. Mit 23 Jahren Erfahrung im Judo und weiteren sieben im brasilianischen Jiu-Jitsu ist der Breisgauer ein echtes Grappling-Lexikon. Ein starkes Jahr hatte Herb bereits 2007, als er die Europameisterschaft im Jiu-Jitsu bei den Lilagurten gewinnen konnte.

2009 sollte er jedoch noch einmal alles toppen. Mitte Dezember 2008 wurde ihm offenbart, daß er mit Hilfe einer Wildcard, d.h. ohne vorherige Qualifikation, ins Hauptfeld der ADCC Submission Fighting Europameisterschaft rutschen könne – der allgemein anerkannten, hoch angesehenen und immer extrem stark besetzten EM im Aufgaberingen. Herb zögerte nicht lang und sagte zu, was für ihn in den Wochen darauf Rashguard und Knieschoner statt Lebkuchen und Gänsebraten bedeutete.

Praktisch ohne richtige Vorbereitung buchte er den Flug nach Stockholm, wo neben den europäischen Meistern auch einige echte Grappling-Legenden wie Marko Helen, Kassim Annan oder Piotr Baginski auf ihn warteten. Herb kämpfte sich durch das 32 Mann starke Turnier und eliminierte den israelischen Meister Mike Khardas, den Franzosen Mohamed Rabehi und den Finnen Ilari Grönholm, bevor er im Halbfinale auf den polnischen Meister Zbigniew Tyszka traf.

Der Drysdale-Schüler war letzten Endes eine Nummer zu groß für den Deutschen, der sich trotzdem über die Bronzemedaille freuen konnte. Was er aber nicht tat, sondern in seiner ganz eigenen Art „Ich hätte lieber Gold gewonnen“ knurrte. Dieses gab es dann gleich in doppelter Form, als er beim beliebten Karlsruher Turnier „Submissao“ jeweils den ersten Platz in der offenen Gewichtklasse mit und ohne Kimono belegen konnte.

Das Besondere an Herb und wahrscheinlich die Nuance, die ihn von den restlichen Kandidaten bei der Wahl zum „Grappler des Jahres“ abgehoben hat, ist der Fakt, daß er seine Submission-Künste auch auf internationalem Niveau im MMA-Ring nachweisen konnte. Im Rahmen der M-1 Challenge trat er gegen „Golden Glory“-Kämpfer Ahmed Bayrak und den zuvor ungeschlagenen russischen Pankration-Meister Sergey Kornev an. Beide Gegner hatten vorzeitig das Nachsehen.

Auf den Plätzen folgen der talentierte Stuttgarter Nico Penzer, der wohl beste Grappler bis 77kg Malte Janssen, der Münchner Johannes Wieth, seines Zeichens der erste Deutsche, der eine Silbermedaille bei der BJJ-WM gewinnen konnte, ADCC EM-Silbergewinner Frank Stäblein und der Berliner Nelson Siegert, der speziell auf Turnieren im hohen Norden (Norddeutsche Meisterschaft im BJJ, Hugging Day, Summer Slam) aufgeräumt hat wie kein Zweiter.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Gregor Herb (Freiburg) 26,4%
2. Nicolas Penzer (Stuttgart) 17,9%
3. Malte Janssen (Düsseldorf) 16,5%
4. Johannes Wieth (München) 15,8%
5. Frank Stäblein (Mainz) 11,8%
6. Nelson Siegert (Berlin) 11,6%

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