Box-Superstar Manny Pacquiao wird am 10. November 2012 im MGM Grand, Las Vegas, USA, wieder in den Ring steigen. Dies hat Pacquiaos Promoter Bob Arum vor wenigen Stunden bestätigt. Der Gegner steht allerdings noch nicht fest. Groundandpound.de hat die Situation analysiert und stellt euch die drei potentiellen Kandidaten vor:
Timothy Bradley: Der "falsche" Bezwinger
Nach dem Gesetz der Logik müsste der "Pac-Man" eigentlich gegen seinen "Bezwinger" Timothy Bradley (29-0-0, 12 k.o.) antreten. Der WBO-Weltergewichtschampion bezwang Pacquiao im Sommer dieses Jahres nach Punkten - allerdings nur in den Augen der Punktrichter. Experten und Boxfans weltweit sowie die Kommentatoren des US-amerikanischen TV-Senders HBO hatten für das haarscharfe Punkturteil nur blankes Entsetzen übrig. Die ehemalige Pound 4 Pound Nummer eins konnte in dem wenig spektakulären Kampf zwar nicht glänzen, war aber letztlich der dominierende Mann. Trotz der brisanten Ausgangslage ist das mediale Interesse an einem Rückkampf gering: "Bradley ist die Option, die mich am wenigsten interessiert", sagt HBO-Legende Larry Merchant. Pacquiaos Promoter Bob Arum steht einem zweiten Duell mit Bradley auch skeptisch gegenüber: "Die großen TV-Sender haben keinen Vertrauen in den Kampf."
Juan Manuel Marquez: Der ewige Rivale
Wenn die Gerechtigkeit siegt, müsste Pacquiaos nächster Gegner Juan Manuel Marquez (54-6-1, 39 k.o.) heißen. Beide Rivalen standen sich bereits drei Mal gegenüber und während der erste Kampf mit einem Unentschieden zu Ende ging, konnte sich der "Pac-Man" in den zwei weiteren Duellen kontrovers nach Punkten durchsetzen. In beiden Duellen sah der Großteil der Box-Journalisten und Experten den Mexikaner vorne. Das letzte Duell der beiden fand Ende 2011 statt. Während Pacquiao als großer Favorit in den Kampf ging, predigte Marquez, der für das Duell zwei Gewichtsklassen aufgestiegen ist, dass er immer noch in Pacquiaos Liga spielt. Er ließ seinen Worten Taten folgen und brillierte durch einzigartiges Konterboxen. Für ein viertes Duell der beiden spricht die kontroverse Vorgeschichte und der Gestank von "Unfinished Business", der immer noch in der Luft liegt, wenn beide Boxer den Raum betreten. Ein Kampf im November wäre womöglich auch die letzte Möglichkeit für ein weiteres Duell der ewigen Kontrahenten. Die mexikanische Boxlegende ist mittlerweile 38 Jahre alt und damit nur noch ein paar Schritte vom Ruhestand entfernt.
Miguel Cotto: Der Rachsüchtige
Mit dem Puertoricaner Miguel Cotto steht ein Mann zur Auswahl, den Pacquiao bereits klar bezwingen konnte. Cotto, Ex-Champion in drei Gewichtsklassen, verlor das erste Duell der beiden etwas überraschend durch TKO in Runde 12. Zu jenem Zeitpunkt war sich noch niemand über das volle Leistungsvermögen Pacquiaos im Weltergewicht im Klaren und Cotto musste im Jahr zuvor eine brutale Niederlage gegen Skandalboxer Antonio Margarito einstecken. Cotto, der gegen Pacquiao viel zu aggressiv agierte, macht heute einen reiferen Eindruck. Anfang des Jahres konnte er Pound 4 Pound King Floyd Mayweather Jr. zwölf Runden lang einen harten und spektakulären Kampf liefern. Nicht wenige Boxfans stünden einer Neuauflagen zwischen Pacquiao und Cotto positiv gegenüber. Der Kampf könnte allerdings am Gewicht scheitern. Noch ist unklar in welcher Gewichtsklasse der Kampf stattfinden könnte. Während Cotto keine Bereitschaft zu einem Catchweight zeigt, möchte Pacquiao nicht oberhalb des Weltergewichts antreten.
Während ein Kampf gegen Juan Manuel Marquez am einfachsten zu realisieren wäre, dürfte Pacquiaos Fokus auf Timothy Bradley liegen. Durch die Niederlage gegen Bradley hat Pacquiao im Fernduell gegen Mayweather deutlich an Marktwert eingebüßt. Dieser Umstand ließe sich nur durch einen spektakulären Erfolg in einem direkten Rückkampf gerade biegen.
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