Selten hat Floyd Mayweather so hart um seinen Sieg kämpfen müssen, wie in der Nacht zum vergangenen Sonntag. Die 43-0, ein Sieg über Miguel Cotto, schien im Vorfeld nur Formsache zu sein. Doch letztlich wurde es ein hochspannendes Duell, in dem Mayweather so viele Runden abgeben musste, wie lange nicht mehr. Den Sieg, nun, den trug er am Ende aber natürlich trotzdem deutlich davon.
Der Kampf begann mit Floyd Mayweather und Business as usual. Er pumpte seinen Jab blitzschnell von außen und umging mit allerlei Rollen und Meiden die Führhände Cottos. Der musste zu Beginn vor allem rechte Haken nehmen, die hinter seiner Deckung landeten. Ab Runde fünf hatte sich der Ring-Champion aber endlich auf Mayweather eingestellt und begann, ihn immer wieder zu stellen, immer wieder hart zu treffen.
Das Kopfschütteln und Lächeln Mayweathers war wenig mehr als Fassade, das war spätestens dann klar, als seine Nase in jeder Runde aufs Neue zu bluten begann. Doch Cotto verschlief die wichtigen Momente, in denen er den Kampf hätte drehen können. Vor allem in der Schlussphase, in den Runden neun, elf und zwölf, tat er zu wenig und ließ sich von Mayweathers Beweglichkeit und Überheblichkeit einlullen.
Im letzten Durchgang zeigte „Money“ dementsprechend noch einmal, warum er zu recht als derzeit weltbester Boxer bezeichnet wird, und umtänzelte Cotto, deckte ihn nach Belieben mit Attacken ein.
Die Punktrichter entschieden schließlich mit 117-111, 117-111 und 118-110 für Mayweather, der damit nun auch den Ring-Halbmittelgewichtstitel sowie den WBA Super-Titel zu seiner Sammlung hinzufügen kann – und, nebenbei gesagt, nach diesem Kampf um mindestens 45 Millionen Dollar reicher ist.
„Money“ Mayweather eben.
Im Anschluss an den Kampf brachte Mayweather erneut das lang ersehnte Duell gegen Manny Pacquiao zur Sprache, zu dem es vermutlich niemals kommen wird. Auf die Frage, welche anderen Gegner denn noch für ihn übrig seien, wusste der Pound for Pound-König selbst keine Antwort.
Fest steht, dass es der mexikanische Shootingstar Saul „Canelo“ Alavarez definitiv nicht sein wird. Der setzte sich im Co-Hauptkampf zwar deutlich mit 119-109, 118-110 und 119-109 gegen Shane Mosley durch, sein Promoter Oscar de la Hoya verkündete aber anschließend, dass „Canelo“ für einen Kampf gegen Mayweather noch nicht bereit sei.
Die kompletten Ergebnisse aus Las Vegas im Überblick:
Mayweather vs. Cotto
5. Mai 2012
MGM Grand in Las Vegas, Nevada, USA
WBA Super-Weltmeisterschaft im Halbmittelgewicht
Floyd Mayweather Jr. bes, Miguel Cotto einstimmig nach Punkten (117-111, 117-111, 118-110)
WBC Weltmeisterschaft im Halbmittelgewicht
Saul Alvarez bes. Shane Mosley einstimmig nach Punkten (119-109, 118-110, 119-109)
Vorprogramm
Jessie Vargas bes. Steve Forbes einstimmig nach Punkten
Carlos Quintana bes. Deandre Latimore via KO in Rd. 6
Keith Thurman bes. Brandon Hoskins via TKO in Rd. 3
Omar Figueroa bes. Robbie Cannon via TKO in Rd. 2
Antonio Orozco bes. Dillet Frederick via TKO in Rd. 3
Braulio Santos bes. Juan Sandoval einstimmig nach Punkten
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