Das Leipziger Jungtalent Benjamin Brinsa ist auch nach seinem neunten Kampf ungeschlagen. In einem Duell „Alt gegen Jung“ stand er bei FFC: Pride & Glory gegen den Magdeburger Veteranen Maik Stumbries im Ring. Dabei zeigte er wie gewohnt eine souveräne Performance.
Beiden Kämpfern war der Respekt voreinander anzumerken. Sie belauerten sich in den ersten Minuten des Kampfes und tasteten sich ab. Brinsa verfolgte seinen Gegner bedächtig durch den Ring und wartete auf Lücken. Die fand er auch ab und an und so endete der Kampf nach einigen Scharmützeln im Stand kurz vor Ende der ersten Runde am Boden, Brinsa in Rückenlage, Stumbries in seiner Guard. Bis zum Rundenende passierte hier aber nichts mehr.
Im zweiten Durchgang begann Brinsa ein wenig aggressiver und verfolgte den Magdeburger immer wieder mit langen Händen und Kniestößen. Nach einem Schlagabtausch am Seil brachte der Leipziger den Haudegen Stumbries per Double-Leg Takedown zu Boden und landete in dessen Guard, die er nach ein wenig Ground and Pound passierte um aus Half-Guard und Sidecontrol weiter zu pounden. Doch Stumbries ist zäh – konnte größeren Schaden vermeiden und kurz vor Ende der Runde noch einmal auf die Beine gelangen. Dort attackierte Brinsa noch einmal mit Schlägen, doch der Fight war schon fast zu Ende. Es wurde ein Punktsieg für Brinsa, der sich hier wieder einmal für größere Aufgaben empfohlen hat. Er ist jung und dennoch erfahren - die richtige Einstellung bringt er offenbar auch mit: „Ich bin immer im Training“, versicherte er uns. „Ich kämpfe auch von heute auf morgen.“
In einem ansehnlichen Boxkampf konnte der erfahrene Andy Pfretzschner den Hallenser 8M-Fighter Marco Angermann einstimmig nach Punkten besiegen. Beide Boxer kämpften verbissen und zeigten schöne Kombinationen zu Kopf und Körper. Vor allem im zweiten und dritten Durchgang konnte Pfretzschner jedoch die klareren Treffer setzen.
Golden Glory Berlin-Fighter Orhan Karalioglu machte dem renommierten Namen seines Teams alle Ehre und setzte Peter Bäumler in einem K-1-Duell derart zu, dass der in Runde zwei aufgeben musste. Ebenso vom deutschen Golden Glory Ableger kam Max Baumert, und auch er ließ keinen Zweifel daran, wo er herkommt. Mit schönen Kicks und fliegenden Kniestößen befand er sich gegen den Leipziger Oliver Weber konstant im Angriffsmodus. Der nahm einige harte Treffer, so dass seine Ecke in Runde zwei gezwungen war, das Handtuch zu werfen.
Zurück im MMA standen sich nun Rene Hannemann und der Tscheche Josef Kotyza gegenüber. In der ersten Runde passierte nicht viel. Hannemann lag nach einem Takedown in Kotyzas Guard, kam aber kaum zu effektiven Treffern, da der Tscheche recht gut blockierte. In der zweiten Runde ging es dafür rund: beide Kämpfer begannen, quer durch den Ring Schläge auszutauschen, beide Trafen ein ums andere Mal. Hannemann musste schließlich eine harte Rechte und ein anschließendes Knie zum Kopf nehmen und ging davon Boden. Kotyza wollte nachsetzen, doch der Referee kam ihm zuvor und beendete den Kampf.
Milan Papp, der neuerdings ebenfalls beim Bushido-Team trainiert, zeigte sich in einem Schwergwichts-Boxkampf gegen Patrick Gaudig mit leichten Vorteilen und siegte letztlich nach Punkten. Beide Boxer befanden sich viel im Clinch, Papp konnte sich ein ums andere Mal lösen und die klareren Treffer setzen.
Lokalmatador Steven Kitzing war in das wohl spektakulärste Finish des Abends involviert - nur ganz sicher nicht so, wie er sich erhofft hätte. Er und Gegner Marek Lajtschinski verwandelten ihren Kampf von Beginn an in eine harte Schlacht, mit wenig Aufbau, dafür viel Action. Die erste Runde ging nach einem Niederschlag klar an Kitzing, die zweite Runde eher an Ljatschinski, es stand somit ausgeglichen. Die dritte Runde begann merklich langsamer, als die beiden vorherigen, da beide Kämpfer bereits jede Menge Energie gelassen hatten. Lajtschinski traf schließlich mit einem harten Körpertreffer, der Kitzing sichtlich zusetzte. Der stand mit hängender Deckung vornübergebeugt am Seil und bekam als Quittung einen brutalen Highkick von Ljatschinski. Zuerst flog der Mundschutz, dann Kitzing selbst zu Boden. Lajtschinski hatte sich damit wenige Sekunden vor Schluss spektakulär den Sieg gesichert.
Im ersten MMA-Fight des Hauptprogramms traf der 50-jährige Thomas Beutel auf den Wurzener Paul Veggi. Beutel wurde als „klassisches Leipziger Straßenkind“ bezeichnet, das in seiner Kindheit mal „ein bisschen Judo“ betrieben habe. Dementsprechend verlief dann auch der Kampf. Veggi setzte Beutel mit einigen harten Treffern im Stand zu, bis der zu Boden ging und der Referee den Kampf glücklicherweise früh genug abbrach.
Einem deutlich sehenswerteren MMA-Fight konnte Martin Chudey, nach etwas Gewühle am Boden, den halb vor ihm knienden Geraer Marcel Wolke spektakulär mit drei, vier knallharten Knien zum Kopf auf die Bretter schicken. Wolke kam zwar wieder auf die Beine, stand jedoch sehr wacklig und der Referee winkte den Kampf zu Recht ab.
Ein weiterer Golden Glory-Vertreter setzte sich in einem K-1-Fight gegen den Bushido-Fighter Andreas Pschorn einstimmig nach Punkten durch. Er zeigte allerdings eine weniger dominante Leistung als seine Teamkollegen und gewann den Kampf nur sehr knapp. Pschorn hielt hier gut mit und konnte einige schöne Treffer anbringen.
Der mit lautstarkem Fanblock angereiste Christopher „Joker“ Henze brachte den heranstürmenden Sven Huber direkt zu Beginn per Double-Leg Takedown zu Boden und versuchte, sich den Rücken zu sichern. Huber gelang es zwar aufzustehen, er musste aber dennoch in einem Rear-Naked Choke tappen.
In einem K-1 Duell der „schweren Jungs“ setzte sich Stefan Kreinbrink mit 2:1 Punktrichterstimmen gegen Andrej Schaffert durch. Trotz seines enormen Reichweitennachteils konnte er einige harte Schwinger landen und den Kampf so für sich entscheiden.
Patrick Weikri fuhr gegen Martin Langhanke seinen dritten Sieg im dritten Kampf ein. Nachdem er die erste Runde aus Halfguard und Sidemount dominieren konnte, schickte er seinen Gegner im zweiten Durchgang mit einem rechten Schwinger, gefolgt von hartem GroundandPound schlafen. Für Langhanke war es die dritte Niederlage im dritten Kampf.
Ein kurzes Ende nahm die Begegnung zwischen Malte Büttner und Grigori Winizki. Nachdem Winizki einen Highkick landen und mit einer Linken nachsetzen konnte, ging Büttner zum ersten Mal zu Boden. Nach dem Anzählen machte er zwar weiter, wurde aber sofort von einem weiteren Kopf-Kick auf die Bretter geschickt. Der Referee winkte den Kampf daraufhin sofort ab.
Der Tscheche Filip Bendar feierte ein erfolgreiches Debüt, indem er Lars Rauschenbach in der ersten Runde aus der Backmount mit Ground and Pound finalisierte. Nach einer Serie unbeantworteter Schläge ging der Referee dazwischen und beendete den Kampf.
FFC-Mastermind Marko Zschörner stieg wieder einmal selbst in den Ring und machte kurzen Prozess mit dem kurzfristig eingesprungenen Geraer Jens Müller. Nach einer kurzen Abtastphase endete der Kampf recht schnell am Boden, wo sich „Bulldog“ Zschörner zügig die Mount sicherte und mit Ground and Pound das Ende herbeiführte.
Bushido-Fighter Odin Petzold konnte sich in seinem Ring-Debüt nach Punkten gegen den Dresdner Thomas Lübbe durchsetzen.
FFC: Pride & Glory
03. April 2011
Hein-Fricke-Halle in Köthen, Sachsen-Anhalt
MMA
Benjamin Brinsa bes. Maik Stumbries einstimmig nach Punkten
Boxen
Andy Pfretzschner bes. Marco Angermann einstimmig nach Punkten
K-1
Orhan Karalioglu bes. Peter Bäumler via Aufgabe in Rd. 2
Max Baumert bes. Oliver Weber via TKO (Handtuch) in Rd. 2
MMA
Josef Kotyza bes. Rene Hannemann via KO in Rd. 2
Boxen
Milan Papp bes. Patrick Gaudig einstimmig nach Punkten
K-1
Marek Lajtschinski bes. Steven Kitzing via TKO in Rd. 3
MMA
Paul Veggi bes. Thomas Beutel via TKO in Rd. 1
Martin Chudey bes. Marcel Wolke via KO in Rd. 1
K-1
Bernhard Müller bes. Andreas Pschorn einstimmig nach Punkten
MMA
Christopher Heinze bes. Sven Huber via Rear-Naked Choke in Rd. 1
K-1
Stefan Kreinbrink bes. Andrej Schaffert geteilt nach Punkten
MMA
Patrick Weikri bes. Martin Langhanke via KO in Rd. 2
K-1
Gregor Winizki bes. Malte Büttner via TKO in Rd. 1
MMA
Filip Bendar bes. Lars Rauschenbach via TKO in Rd. 1
Marko Zschörner bes. Jens Müller via TKO nach in Rd. 1
K-1
Odin Petzold bes. Thomas Lübbe einstimmig nach Punkten
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