Bei der großen It's Showtime Gala in der Amsterdam ArenA am vergangenen Wochenende kam es im Hauptkampf um den It's Showtime Schwergewichtstitel erneut zu einem Eklat durch Titelverteidiger Badr Hari. In einer packenden Auseinandersetzung verlor Hari, obwohl nach Punkten nach übereinstimmender Meinung aller Experten in Front liegend, in der zweiten Runde die Beherrschung und trat seinem Kontrahenten Hesdy Gerges, als dieser gerade im Aufstehen vom Ringboden befindlich war, ins Gesicht. Für diesen Regelverstoß wurde Hari unverzüglich disqualifiziert und Gerges zum Sieger erklärt.
Der von der weltweiten Fangemeinde vehement geforderten Sanktionierung mit Sperre, Geldbuße etc. kam Hari nun offenbar mit folgender Presserklärung zuvor:
„Ich trete für eine unbestimmte Zeitdauer vom Kampfsportgeschehen zurück. Während des Kampfes gegen Hesdy Gerges auf der It's Showtime Gala in der Amsterdam ArenA habe ich zum zweiten Mal im Verlauf meiner Karriere einen großen Fehler gemacht.
Aufgrund dessen habe ich einen Kampf verloren, den ich gewinnen wollte. Diese Handlung ist nicht nur für mich enttäuschend, auch das Publikum war sehr enttäuscht von mir. Ich habe darüber nachgedacht und habe die Entscheidung getroffen, dass es besser für mich ist, auf unbestimmte Zeit mit dem Kämpfen aufzuhören. Ich möchte mich diesbezüglich keinen zeitlichen Einschränkungen unterwerfen, daher lasse ich den Zeitpunkt meiner Rückkehr unbestimmt. Ich muss erst einmal ein paar Sachen geraderücken.
Eine Sanktion durch die Organisation ist nicht notwendig, da ich aufgrund eigener Entscheidung vom Kämpfen zurücktrete. Ich möchte mich bei der Amsterdam ArenA und bei Hesdy Gerges für meinen Fehler entschuldigen. Das hätte nicht passieren dürfen, es tut mir leid. Ich hoffe, wenn ich mit mir selber im Reinen bin, dass ich mit Freude an unserem Sport zurückkehren werde.“
Neben all den wild im Netz zirkulierenden Mutmaßungen über die Gründe für den erneuten Ausraster von Hari (viele Fans erinnern sich noch nur zu gut an den regelwidrigen Stampftritt von Hari gegen Remy Bonjasky beim K-1 WGP Finale 2008), von marokkanischer Ghetto-Subkultur, Kokainkonsum, schlechtem Umgang, bis hin zu Zweifeln an Haris geistiger Gesundheit, erscheint es am naheliegendesten, dass Hari dem immensen Druck der Erwartungshaltung, die von außen und auch von ihm selbst an seine Person herangetragen wird, nicht gewachsen ist.
Hari wurde im K-1- Geschäft bereits von Anfang an mit „Wildcard“, ohne einen vorherigen Turniersieg, mit Vorschußlorbeeren wie kaum ein anderer Kämpfer bedacht und ist seit Jahren als kommender K-1 WGP Champion im Gespräch, ohne diesen Blankoscheck bisher eingelöst zu haben. Hari äußerte sich auch im Interview vor dem Kampf gegen Gerges extrem selbstbewusst, dass er der Beste der Welt sei und Gerges den Unterschied zwischen Fiat und Ferrari aufzeigen wolle. Vielleicht hilft ihm eine Auszeit dabei, sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen und die ganze Sache etwas entspannter zu betrachten, nämlich als das, was es letztendlich ist – kein Kampf auf Leben und Tod, sondern Sport.
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